Notfallkontaktliste an der Kühlschranktür
Kurz gefasstEine Liste an der Kühlschranktür, Notfallinfos auf dem gesperrten Handy und ein Zettel für die Betreuung – mehr braucht es nicht.

Notfallvorsorge

Notfallkontakte für die Familie: Was im Ernstfall griffbereit sein muss

Im Notfall passieren zwei Dinge gleichzeitig: Man braucht Informationen, und man kann sich nichts merken. Deshalb funktioniert Vorsorge hier nicht über Wissen, sondern über einen Zettel an einer Stelle, die jeder findet – und über ein Handy, das auch dann Auskunft gibt, wenn niemand es entsperren kann.

Die Nummern, die jeder kennen sollte

NummerWofür
112Rettungsdienst und Feuerwehr, europaweit, akute Lebensgefahr
110Polizei
116117Ärztlicher Bereitschaftsdienst außerhalb der Sprechzeiten
Giftnotrufregional unterschiedlich – die für euer Bundesland zuständige Nummer heraussuchen und notieren
KinderarztPraxisnummer plus Vertretungsregelung
Nachbarnzwei Nummern von Menschen, die in fünf Minuten da sein können

Wenn du 112 wählst: ruhig bleiben, sagen wo es passiert ist, was passiert ist, wie viele Betroffene, welche Verletzungen – und dann nicht auflegen. Die Leitstelle beendet das Gespräch, nicht du. Sie leitet dich am Telefon durch die Erste Hilfe, bis der Rettungsdienst da ist.

Die Liste am Kühlschrank

Ein DIN-A4-Blatt, gut lesbar, an einer Stelle, die auch Fremde sehen. Darauf gehören:

  • Vollständige Adresse mit Stockwerk und Klingelname – im Stress vergisst man die eigene Anschrift schneller, als man denkt, und Babysitter oder Besuch kennen sie oft gar nicht.
  • Alle Notrufnummern aus der Tabelle oben.
  • Namen und Geburtsdaten aller Kinder.
  • Allergien, Vorerkrankungen, Dauermedikamente.
  • Krankenkasse und Versichertennummer.
  • Zwei erreichbare Erwachsene außerhalb des Haushalts.
Tipp: Fotografiere die fertige Liste und leg das Bild in eurem Familien-Chat ab. Dann hat sie jeder dabei, auch unterwegs.

Das Handy vorbereiten

  1. Notfallpass anlegen: Beide gängigen Betriebssysteme bieten Notfallinformationen, die vom gesperrten Bildschirm aus abrufbar sind. Trage dort Blutgruppe, Allergien, Medikamente und Notfallkontakte ein.
  2. Notfallkontakte markieren: Gekennzeichnete Kontakte lassen sich auch bei aktiver Ruhezeit durchstellen.
  3. Standortfreigabe in der Familie aktivieren – hilfreich, wenn jemand nicht ans Telefon geht.
  4. Wichtige Dokumente abfotografieren: Versichertenkarte, Impfausweis, U-Heft-Seiten, Medikamentenpläne. In einem geschützten Ordner ablegen.

Für Babysitter und Großeltern

Wer euer Kind betreut, braucht mehr als eure Handynummer. Ein kurzer Zettel spart im Ernstfall Minuten: Adresse, eure Nummern, Kinderarzt, Allergien, Medikamente mit Dosierung, Krankenkasse und der Hinweis, wo die Hausapotheke steht. Ergänze eine schriftliche Einverständniserklärung zur medizinischen Behandlung – ohne sie darf im Zweifel nur eine Notfallversorgung erfolgen, wenn ihr nicht erreichbar seid.

Einmal im Jahr durchgehen

Notfallvorsorge veraltet leise: Nummern ändern sich, Kinder bekommen neue Medikamente, der hilfsbereite Nachbar zieht um. Setz dir einen jährlichen Termin – am einfachsten gekoppelt an einen ohnehin festen Anlass wie den Wechsel der Winterreifen oder den Batterietausch im Rauchmelder. Bei der Gelegenheit lohnt auch der Blick in die Hausapotheke: abgelaufene Mittel entsorgen, Verbandmaterial und Fieberthermometer prüfen.

Und der Punkt, der am meisten bringt und am seltensten gemacht wird: ein Erste-Hilfe-Kurs am Kind. Er dauert einen Vormittag, kostet wenig und ersetzt im entscheidenden Moment jede Liste.

Wann rufe ich 112 und wann 116117?

112 bei akuter Lebensgefahr: Bewusstlosigkeit, Atemnot, starke Blutung, Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall, Krampfanfall. 116117 ist der ärztliche Bereitschaftsdienst außerhalb der Sprechzeiten, wenn es dringend, aber nicht lebensbedrohlich ist.

Wie erreichen Ersthelfer meine Kontakte, wenn das Handy gesperrt ist?

Über den Notfallpass beziehungsweise die Notfallinformationen im Sperrbildschirm. Beide Betriebssysteme bieten das an – dort trägst du Kontakte, Blutgruppe, Allergien und Medikamente ein, sichtbar ohne Entsperren.

Was gehört auf den Zettel für den Babysitter?

Vollständige Adresse mit Etage, eure Handynummern, Kinderarzt, Allergien und Medikamente, Krankenkasse sowie ein zweiter erreichbarer Erwachsener aus der Nachbarschaft.

Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Angaben ohne Gewähr · Titelbild: KI-generiert.